loading

Loading...

Geschichte

Geschichte

Titel

Mittelalter und frühe Neuzeit

Die Geschichte beginnt im Übergang vom Früh- zum Hochmittelalter. Dort existierte in unmittelbarer Nähe des heutigen Ortes die Hünenburg der Ort Oeverendorp. Eine erste Erwähnung des Teilortes Glösingen geschah im Zusammenhang mit einer Landschenkung im Jahr 1193 in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Bruno von Berg. Der Beginn der gemeinsamen Geschichte der drei Dörfer, die auch Ruhrdörfer genannt wurden, geht bis ins Jahr 1232 zurück, als Erzbischof Heinrich von Köln die Zehnten dieser Orte, auf die ein Edelherr Hermann von Rüdenberg zuvor verzichtet hatte, an das Stift Wedinghausen übertrug. Der Kern von Oeventrop, Dinschede und Glösingen bestand jeweils aus etwa vier bis fünf Bauernhöfen, deren Anzahl während des Mittelalters und der frühen Neuzeit relativ konstant blieb. Die meisten Höfe gehörten einem adeligen Grundherren oder einem Kloster. Die wichtigsten adeligen Grundherren waren die Familien von Ketteler, von Wrede und von Eickel. Eng verbunden waren die Orte mit dem Stift Wedinghausen und dessen „Filiale“ Kloster Rumbeck. Trotz einer beträchtlichen Entfernung von mehreren Kilometern war dieses jahrhundertelang die Pfarrkirche der drei Dörfer und gleichzeitig im Besitz einiger Höfe. Neben dem Einfluss der Grundeigentümer gab es mit der Dinscheder Mark einen genossenschaftlichen Aspekt. Die Geschichte der Hofeigentümer bestimmte über die Nutzung dieses beträchtlichen Waldgebiets, das zur Viehhude, sowie zur Versorgung mit Bau- und Brennholz diente.

19. und 20. Jahrhundert

Wie auch in fast allen anderen Orten begann am 21. März 1933 die NS-Herrschaft mit einer Feier zur Eröffnung des neuen Reichstages. Das öffentliche Leben wurde immer mehr von den Nationalsozialisten kontrolliert, politische Gegner wurden verfolgt. Zu Anfang gab es im Ort einen NSDAP-Stützpunkt, danach formierte sich besonders die SA. Der 1. Mai wurde feierlich als Tag der nationalen Arbeit begangen. Eine erste Sonnenwendfeier fand unter Teilnahme der neugegründeten Hitler- und Schuljugend statt. Um die neue Dinscheder Brücke bauen zu können, musste die alte Brücke am 1. August 1933 abgebrochen werden. Die Gemeindevertretung löste sich wegen des Gleichschaltungsgesetzes am 23. August 1933 auf und acht neue Gemeindevertreter mit einer NS-Mehrheit wurden ernannt. (nicht gewählt). Bei der Volksabstimmung Für Frieden, Ehre und Gleichberechtigung erreichte die NSDAP 92% der abgegebenen Stimmen. Bis zum Dezember 1933 hatten sich als weitere Organisationen die BDM-Ortsgruppe die Frauenschaft und das Jungvolk gegründet. Die Parteigliederungen verfolgten ihre Gegner rigoros, einige Arbeiter wurden, auch wegen angeblicher staatsfeindlicher Äußerungen, entweder inhaftiert oder in Konzentrationslager gebracht. Konfessionelle Jugendverbände mussten ab 23. März 1934 Einschränkungen hinnehmen, sie durften ihre Mitglieder nur noch religiös betreuen. Da die beiden Geistlichen der Kirche der NSDAP kritisch gegenüberstanden, galten sie ab 1935 als nicht mehr national zuverlässig und ihre Veranstaltungen und Gottesdienste wurden kontrolliert. Die im Ort stationierte Einheit des Arbeitsdienstes wurde für Arbeiten an Rodung und Aufforstung, Drainage und Befestigung der Ruhrufer eingesetzt. Der Ortsbauernführer Assmann erhielt seine Ernennung zum Gemeindevorsteher, dies Amt hatte er bis zum Einmarsch der amerikanischen Besatzungstruppen inne. Während der Reichspogromnacht im November 1938 schlugen Anhänger der NSDAP die Schaufenster von jüdischen Geschäften ein und demolierten die Wohnungen der jüdischen Mitbürger. Die Männer kamen in Haft. Fast alle jüdischen Familien wanderten nach der Geschichte aus. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges mussten das Missionshaus und das Schwesternhaus zugunsten eines Reserve-Lazarettes weichen. Die katholische Kirche musste im Januar 1941 zwei Glocken abliefern. Die chemische Fabrik errichtete 1942 eigene Lager, um dort Zwangsarbeiter, hauptsächlich aus Russland unterzubringen. Die letzten sieben im Ort verbliebenen Juden wurden 1941 deportiert und vermutlich in Lagern ermordet.

2. Weltkrieg

Im Oktober 1943 kamen Flüchtlinge aus dem Raum Aachen nach Oeventrop, sie fanden in der Schule in Dünschede Unterkunft, bis zum Dezember erhöhte sich die Zahl. Am 16. Dezember 1944 nahmen hier vor Beginn der Ardennenoffensive, Einheiten der Waffen-SS Quartier. Die Mitglieder des örtlichen Volkssturmes wurden am 28. Januar 1945 vereidigt. Im Februar erfolgte Angriffe der Alliierten, bei denen 15 Einwohner den Tod fanden. Die Textillager der Germania und die Oellager Sauerländer Stuhlfabriken wurden im April von der Bevölkerung geplündert. Die Germania hatte große Bestände für die Heeresverwaltung eingelagert. Nach einem vorherigen Beschuss mit Granatwerfern, nahmen die amerikanischen Truppen den Ort am 10. April 1945 ein. Einen Tag vorher sprengten sie die Ruhrbrücke bei Wildshausen. Die Amerikaner setzten am 12. April 1945 Paul Schönert als neuen Bürgermeister ein, am 2. Mai bestimmte die neue Zivilverwaltung Paul Kordel zum Bürgermeister. Insgesamt starben in Verbindung mit dem Zweiten Weltkrieg 276 Oeventroper Bürger.

Am 1. Januar 1975 wurde Oeventrop in die Stadt Arnsberg eingemeindet.

Quelle: Wikipedia