loading

Loading...

Ortsteile

Ortsteile

Der Ortsname in seiner geschriebenen Form ist ein ideeler Besitz, in den nicht ohne weiteres eingegriffen werden kann. Veränderungen in der Schreibweise, seien sie noch so gering, stören ein längst ausgeformtes Schriftbild in seiner nach und nach erworbenen Geltung und Eigenart.

Die Ortsnamen

Die Ortsteile werden über die Wirklichkeit ihrer unmittelbaren Erscheinung hinaus in ihren Namen faßbar. Nichts ist einem Ort neben den geografischen Gegebenheiten fester verbunden. Er ist ein konkretes Dokument  geschichtlicher Dauer.

Da der Ortsname nicht nur als gesprochenes Wort existent ist, sondern ganz wesentlich als Schriftbild, hat gerade dieses in seiner seit langem üblichen und gewordenen Form den Charakter einer Kennmarke, die mehr ist als nur lautschriftliche Fügung.

Sprache sagt etwas aus, Namen bedeuten etwas. Was die Ortsnamen der Ortsteile der Ruhrdörfer bedeuten, ist am besten aus den ursprünglichen Formen zu erkennen.

Glösingen

Glösingen, zuerst 1193 als Glusinchem, dann 1232 als Clusinchem erscheinend, ist im zweiten Bestandteil eindeutig als „heim“ erkennbar. Der erste Bestandteil hat wohl einen Personen- und Sippenbezogen Hintergrund, wie bei anderen ing-Namen. Vielleicht steckt Klus = Klaus = Nikolaus darin. Der älteste Hof der Ortsteile der Ruhrdörfer, zuerst 1289 erwähnt, wird jedenfalls vom Kloster Rumbeck „St.-Nikolaus-Hof“ genannt. Die mit heim gebildeten westfälischen Ortsnamen sollen zu den älstesten Siedlungen Deutschlands gehören.

Dinschede

Dinschede kommt zuerst 1232 als Dinterscede vor. Während der erste Bestandteil des Namens unklar bleibt, ist der zweite scede = schede = scheide sogleich aus der Lage des Ortes verständlich, der hart unterhalb einer Bergscheide, dem Kamm des Arnsberger Waldes mit dem Plackweg, liegt.

Oeventrop

Oeventrop lautet in der erstüberlieferten Form von 1232 Ouerendorp, bei der Gleichgeltung von u und v als Overendorp zu lesen, und bedeutet „oberes Dorf“. Dies steht einmal in Beziehung zu einem „unteren Dorf“; es ist Uentrop. Zum anderen haben beide ihren Bezugspunkt in Arnsberg, von wo aus sie als ruhraufwärts gelegene Siedlung näherer und weiterer Entfernung, niederer und höherer Lage unterschieden werden.